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zur Pfarrei Langdorf

Rinchnachmündter Kapelle

Die Kapelle steht hinter zwei mächtigen Linden mitten im Dorf. Auf Anregung des Privatiers Michael Zitzler beschlossen die Dorfbewohner 1860 eine Kapelle zu bauen. 1861 begannen die Arbeiten.

Die Geschichte der Kapelle lässt sich leicht verfolgen. Pfarrer Gotthard Oswald, Geschichtsschreiber aus Rinchnachmündt, hat die Geschichte in einem kleinen Büchlein festgehalten.
Am 22.12.1860 erteilte die oberhirtliche Stelle in Passau und am 07.01.1861 die Regierung von Niederbayern die Erlaubnis zum Kapellenbau. Den Grund stellten die Rechtlerbauern zur Verfügung. Sie verpflichteten sich, das Gotteshaus zu unterhalten. Dies wurde im Grundbuch eingetragen.

Am 22.07.1862 weihte der Pfarrprovisor von Regen, Chrystosomus Stangl, die neu erbaute Kapelle ein. Der Privatier Michael Zitzler verkaufte sein Anwesen und verwendete einen Großteil seines Vermögens zur Innenausstattung der Kapelle. Altar, Kreuzweg und Glocke kauften die Rinchnachmündter der Pfarrgemeinde Langdorf ab. Dort diente der Altar als Seitenaltar.
Als Kapellendiener verpflichtete man den Dorfhirten. Seine Dienstpflicht war:

  • Dreimal am Tag die Kapellenglocke zum Engel des Herrn zu läuten
  • Rosenkranz vorbeten am Sonntagnachmittag und in der Allerseelenwoche
  • Im Mai jeden Tag die Maiandacht lesen
  • Die Kapelle und den Vorplatz sauber halten

Als Lohn bekam er dafür von jedem der fünf Bauern einen Metzen Korn (37,5 Pfund), von den acht Gütlern je die Hälfte. Von den Rechtlerbauern erhielt er ein Tagwerk Grund zum Bewirtschaften.
Im Jahre 1911 ließen die zwei Priesterbrüder Gotthard und Max Oswald aus Rinchnachmündt die Kapelle so einrichten, dass die Hl. Messe gefeiert werden konnte. Am Morgen des 27.10.1921 feierte die Dorfgemeinschaft ein großes Fest. Geistlicher Rat Tiefenböck von Regen weihte die Kapelle zum Zwecke der Feier der Hl. Messe aufs Neue ein. Das Gotteshaus ist dem Erzengel Michael geweiht, obwohl das heute nicht mehr ersichtlich ist. Früher war in einer Nische am Turm ein Bildnis des Erzengel Michael angebracht.

An der Kapelle wurden immer wieder kleinere Renovierungsarbeiten durchgeführt. Auf Drängen von Herrn Stadtpfarrer Walter Wakenhut sanierte die Dorfgemeinschaft 1982 bis 1984 die Kapelle grundlegend. Pfarrer Wakenhut unterstützte dabei mit Rat und Tat. Trockenlegung, Innenputz, das Zuschneiden der Lindenbaumwurzeln, welche das Bodenpflaster innen anhoben, neue Bänke und die Restaurierung des Kreuzweges machten viele unentgeltliche Arbeitseinsätze erforderlich.

Das Teuerste war die Sanierung des Altares: Weil der alte Altar bis auf das Bild von den Würmern zerfressen war, schenkte Pfarrer Walter Wakenhut einen anderen, der im Turm der Pfarrkirche lagerte. Herr Reinstein aus Osterhofen übernahm die Restaurierung. Das wertvolle alte Marienbild wurde dann Mittelpunkt des neu renovierten Altares.

Im Monat Mai beten die Dorfleute zweimal in der Woche die Maiandacht und die alljährliche Maimesse. Der Dorfverein hält eine Maiandacht, einen Rosenkranz im Oktober und einen Kreuzweg in der Fastenzeit. Pfarrer Gotthard Oswald hat im Pfarramt eine Stiftung angelegt, damit alljährlich eine sogenannte Stiftsmesse stattfinden kann. Die Dorffrauen schmücken die Kapelle mit Blumen und pflegen sie.


(Text:
Sepp Kreuzer: "Die Stadtpfarrei Regen und ihre Kapellen")


Lageplan / Satellitenbild / 48° 58.470'N, 13° 9.690'O