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Fußwallfahrt nach Maria Plain

6. bis 12. August 2011


Auch im Jahr 2011 machte sich eine Pilgergruppe zu Fuß vom Heimatort des Gnadenbildes „Maria Trost“ nach Salzburg auf. Da sich der bisherige Weg bewährt hatte, wurde er weitestgehend beibehalten. Wegen Einzelheiten kann deshalb auf den Bericht über die Fußwallfahrt 2010 verwiesen werden.

 


Samstag, 6. August

Um 9 Uhr wird die kleine Gruppe (Pilgerführerin Elisabeth und ihr Mann Hans sowie Helmut, alle aus Regen, und Ludger aus Bad Aibling) von Kaplan David Savarimuthu bei der Kopie des Plainer Gnadenbildes in der Pfarrkirche mit dem Pilgersegen verabschiedet.

Elisabeth und Hans haben dieses Mal für den Vormittag einen etwas anderen Weg – abseits der viel befahrenen Straße über Weißenstein/Ebertsried – ausgesucht. Er führt uns „durch den Hl. Geist“, am Spitalhof vorbei über Kattersdorf, den Eggenrieder Hof nach Großseiboldsried. Von dort geht es weiter nach Langbruck und Zell.


Foto: In der Ortsmitte von Zell: Der durstige Gunther beugt sich zu einer Quelle um zu trinken

Von hier aus gelangen wir nach Dornhof und kommen etwa um 12 Uhr 30 nach Reichertsried, wo im Hause des (früheren) Radpilgers Willi das Mittagessen in Form einer ausgiebigen Weißwurstbrotzeit bereit steht.

Anschließend führt uns Willi wieder durch „seine“ Wälder. Anders als im Vorjahr ist dieses Mal das Wetter gut, wir erreichen den Gunthersteig und gelangen etwa um 14 Uhr 30 zum Guntherfelsen. Hier gibt es wieder eine Meditation.

Der Weg geht ins Tal hinunter bis zur Hauptstraße nach Zell, wo uns Willi verlässt. Nach einem, kurzen Stück auf der Straße biegen wir nach rechts ab nach Ranzing. Kurz von 16 Uhr erreichen wir den Gasthof Oswald, wo wir unser Nachtquartier beziehen.

Das Wetter war ideal zum Pilgern. Die 18 bis 20 km waren ideal zum Eingehen.

Foto: Mittagspause in froher Runde (mit Willi und Sohn Manfred)
Foto: Die Kirche von Lalling lässt das Tagesziel schon erahnen


Sonntag, 7. August

Kurz vor ½ 9 Uhr verlassen wir Ranzing und gehen die 1 ½ bis 2 km nach Lalling. Im Feng Shui-Park hält uns Elisabeth die Morgenandacht. Das Wetter hat sich eingetrübt. Auf be-kannten Wegen, weitgehend auf dem Gunthersteig, kommen wir über Euschertsfurth und Kaußinger Mühle nach Hinterherberg. Eine Frau, die uns vor einer Informationstafel, aufgestellt anlässlich des Wettbewerbes „Unser Dorf soll schöner werden“ stehen sieht, berich-tet uns ausführlich und begeistert über ihren Heimatort. Hier sei bereits im 8. Jahrhundert die „hintere Herberge“ für die Säumer auf dem Böhmweg entstanden. Der Ort sei vor einigen Jahren Sieger im Landkreiswettbewerb um das schönste Dorf gewesen.

Bald darauf beginnt es zu regnen, wie wir es vom vorigen Jahr her gewöhnt sind. Kurz vor 12 Uhr sind wir am Wirtshaus in Auerbach. Nach einer Mittagspause von rund 1 ½ Stunden besuchen wir noch die Kirche, wo wir ein Lied singen. Auf dem Gunthersteig geht es weiter durch Oberauerbach, über nasse Wiesen mit hohem Gras.

Durch den immer noch bestehenden Bau der neuen Straße Richtung Hengersberg ist der Gunthersteig nicht mehr erkennbar. Durch tiefen Lehm kämpfen wir uns durch die Baustelle und erreichen endlich das Dorf Buch, wo wir die Bundesstraße überqueren und dann endlich wieder auf den Gunthersteig kommen. Bei Regen wandern wir weiter über Anzenberg nach Hengersberg und dann wieder an der Ohe entlang (heuer auf dem Damm an der linken Seite) nach Niederaltaich, wo wir etwa um 16 Uhr ankommen.

Wir haben im Gäste- und Bildungshaus St. Pirmin Pilgerzimmer bestellt. Ein Pater der orthodoxen Richtung ist mit der Einweisung völlig überfordert. Er gibt uns schließlich schöne Zimmer, für die wir gerne ein paar Euro mehr bezahlen. Erst am anderen Tag stellt sich heraus, dass die Buchung nicht unter „Frau Elisabeth Seidl auf dem Weg nach Maria Plain“ erfolgt war, sondern unter „Frau Maria Plain“.

Nach dem Abendessen besuchen wir – es ist ja Sonntag und wir hatten keine Gelegenheit für einen Gottesdienst – die Komplet in der großen Klosterkirche. Es waren 8 Mönche, die unsere gesanglich gute Unterstützung brauchen konnten.

Trotz des Regens haben wir die 23 Kilometer bei guter Verfassung zurückgelegt.


Montag, 8. August

Nach Morgenandacht am beeindruckenden Guntherbrunnen von Joseph Michael Neustifter um ca. 9 Uhr Abmarsch auf der Via nova , linksseitig an der Donau entlang bis zur Donau-Wald-Brücke bei Winzer. Wie im Vorjahr ist unser Mittagsziel Künzing. In einem Wirtshaus, in dem man sich auf einen Leichentrunk vorbereitet, erhalten wir ein Mittagessen. Um 13 Uhr 45 geht es weiter. Am Vormittag hat es noch mehr oder weniger geregnet, doch von nun an bessert sich das Wetter zusehends. Durch kleine Dörfer, Felder und Wiesen kommen wir am seltsamen „Militärmuseum“ von Werner Würf in Hiendlöd vorbei.


Foto: In mitten von großen Militärfahrzeugen

Über Walchsing gelangen wir – ziemlich genau um 16 Uhr – an unser Tageszielt Aldersbach.

Wir besuchen natürlich zunächst die herrliche Klosterkirche, singen hier einige Lieder und hängen unseren Gedanken nach.

Wir beziehen unsere Pilgerzimmer (groß, aber nur mit Waschbecken). Nach dem Duschen folgt die tägliche Kleiderwäsche. Anschließend gehen wir ins Bräustüberl, wo wir uns eine Brotzeit und das Aldersbacher Bier schmecken lassen.

Zum Abschluss ein kleiner Abendspaziergang. Die Wolken sind in das letzte Abendlicht getaucht, ein schöner Anblick.

Foto: Bildstöckl der Feuerwehr Egglham


Dienstag, 9. August

Nach Frühstück und Morgensegen machen wir uns wieder auf den Weg, der uns von den Vorjahren her vertraut ist. Trotz einiger leichter Regenschauer ist das Wetter zum Gehen recht gut.

In Amsham kehren wir bei der Schreinersgattin Anneliese ein, die uns voriges Jahr mit Kaffee verwöhnt hat. Heuer bekommen wir auch noch eine Brotzeit dazu, so dass wir gestärkt die zweite Weghälfte beginnen können.

Bevor ein kräftiger, ziemlich langer Regenschauer einsetzt, flüchten wir uns in die Hubertuskapelle.

Neben der geistlichen Einkehr sind wir froh, jetzt ein Dach über dem Kopf zu haben. Eine Dreiviertelstunde warten wir auf das Ende des Regens, um dann bei immer besserem Wetter weiter zu wandern. Ziemlich genau um 17 Uhr unser Quartier bei Frau Bauer in Bad Birnbach zu erreichen.

Zum Abendessen gehen wir zu einem Italiener am Neuen Marktplatz. Als ein Gewitter aufzieht, machen wir uns schnell auf den Heimweg.


Foto: Blick auf das Birnbacher Kurzentrum


Mittwoch, 10. August

Bei gutem (Wander-)Wetter gehen wir den gleichen Weg wie voriges Jahr: In der Nähe von Hoisching zeigt uns die Altbäuerin des prächtigen Gabriel-Hofs stolz ihren schönen Bauerngarten.

Bei Gumping. haben uns Marianne und Schorsch wieder eine prächtige Brotzeit im Buswar-tehäuschen bereitet.

Die gesättigten Pilger gehen frohgemut die zweite Halbzeit an.


Foto: Bei Walddobl
Foto: Der stattlich Hof Fünfeichen

Wir kommen an einer „Pestgelöbniskapelle“ aus dem Jahr 1683 vorbei und erreichen etwa um Viertel nach Drei Stubenberg. Nach einem Stehkaffee weiter auf dem Geh- und Radweg nach Prienbach. Hier suchen wir eine „Abkürzung“ um den ermüdenden „Hatsch“ auf dem Inndamm zu vermeiden. Der Weg, den wir finden, ist aber kaum kürzer und er führt auf kleinen geteerten Nebenstraßen, aber immerhin durch eine schönere Landschaft. Über Erlach erreichen wir gegen halb sechs Uhr Simbach und machen wieder beim Weißbier-Wimmer Quartier.


Donnerstag, 11. August

Nach Frühstück und kurzer Morgenandacht machen wir uns auf den Weg, überqueren den Inn und die Landesgrenze und haben mit der Stadt Braunau Österreich erreicht.

Es berührt immer wieder seltsam, wenn man an Hitlers Geburtshaus vorbeikommt und den Text auf dem Gedenkstein davor liest.

Eine halbe Stunde brauchen wir dann bis an den Stadtrand, wo der große „Lachforst“ beginnt, durch den der sog. „Rennerweg“ führt.

Knapp 1 ½ Stunden geht es auf schönen Waldwegen durch den Forst. In Neukirchen an der Enknach gibt es dann ein zweites Frühstück.

Etwa um 13 Uhr machen wir wie im Vorjahr Rast beim Bauernhof bei Irnstötten. Sofort er-scheint die Altbäuerin (dieses Mal ist auch ihr Sohn dabei) und es gibt den üblichen Ratsch.

Die nächsten Orte: Edt, Gschwendt, Bambérg und Wiesing. Auf der stark befahrenen Straße gehen wir an der größten Käserei Österreichs bei Ottenhausen vorbei und zweigen dann auf ein viel ruhigeres Sträßchen ab. Um 15 Uhr 45 kommen wir nach Feldkirchen bei Mattighofen.

Foto: Ein Marterl aus dem Jahr 1758
Foto: Frisch gestärkt verlassen wir Neukirchen

Eine ganze Zeit lang sind wir in der Kirche.

Unser nächstes Ziel ist Gstaig mit der Wallfahrtskirche „Maria zum Guten Rat“.

Die Mesnerin erklärt uns ausführlich und stolz ihre schöne Kirche und jammert, dass die dringend nötige Renovierung wegen Geldmangel immer wieder verschoben wird.

Anschließend gönnen wir uns Kaffee und Kuchen in dem großen Gasthaus „Maria zum guten Rat“, das einem der Piëch-Brüder gehört.

Dann ist es nicht mehr weit nach Oichten, wo wir kurz vor ¾ 6 Uhr ankommen. Wir werden im Gasthof Reiter wiederum gut aufgenommen und verpflegt.


Foto: Durch schöne Landschaft geht es dem Tagesziel entgegen


Freitag, 12. August

Der letzte Pilgertag. Heute geht es nach dem Morgensegen schon um 7 Uhr 15 los, da wir mehr als 30 km vor uns haben.

Der Weg ist derselbe, wie voriges Jahr. Das Wetter ist ideal, der Gang durch die Wiesen und Felder (kein Mais!), durch kleine Orte und vorbei an prächtigen Bauernhöfen wunderschön.

Foto: Noch sind wir frisch und munter

Foto: Schon um ¾ 8 Uhr grüßen wir eine Kopie „unseres“ Gnadenbildes

Langsam kommen die Berge näher.

Von ¾ 11 Uhr bis fast um 12 Uhr machen wir Mittagspause im Reiterhof bei Innerwall. Gestärkt und ausgeruht gehen wir durch viele kleine Orte.

Der Weg ist sehr abwechslungsreich. In der Nähe von Schmieding steht ein Wegweiser: „Maria Plain 2 ¾ Stunden“. Das schaffen wir noch!

Kurz nach dem Ort Mödlham (um 13 Uhr 30) entdecken wir im Dunst die Wallfahrtskirche auf dem Plainberg.

Sie liegt etwa auf gleicher Höhe. Doch wir wissen, dass wir wieder ins Tal hinunter müssen um dann noch einmal einen steilen Anstieg hinter uns zu bringen.

Doch zunächst geht es noch auf der Hochebene weiter durch Dörfer und Weiler.

Etwa um 15 Uhr sind wir unten in Lengfeld, überqueren die Fischach und gehen am Rande von Salzburg durch Vorortstraßen, bis wir am Fuße des Plainbergs angekommen sind. Nun liegen „nur“ noch 352 Stufen vor uns.

Ziemlich genau um 15 Uhr 45 stehen wir vor dem Gnadenbild Maria Trost und bringen Grüße aus der Heimat.

An einem Pfeiler in der Kirche finden wir eine große Tafel mit einer ausführlichen Darstellung der Geschichte der Wallfahrt aus dem Jahr 1838:

Das Bild, im Volksmund „Windelmadonna“ genannt, wird hier wie folgt beschrieben:

Vor ihren jungfräulichen Schoos ruhet auf einem Polster das zarte, liebe Jesus Kindlein; dieses entdecket Maria mit höchster Ehrerbiethung von den Windeln als wollte sie ihren neugebornen, kleinen Gott und Heiland allen andächtigen Herzen zu Liebe zeigen, das Kindlein aber, entblösset, strecket beyde Aermlein gegen Maria aus, nicht anders, als verlangte dasselbe die jungfräuliche Mutter zu umarmen und zu küssen.

 
Lange halten wir uns in der Kirche auf, durchdenken noch einmal die Anliegen, die uns auf unserem Pilgerweg beschäftigt haben und genießen den schönen Raum mit seinem besonderen Flair. Für Sonntag ist offensichtlich wieder eine größere Wallfahrt zu erwarten, denn es gibt eine Vielzahl von Fahnen mit den unterschiedlichsten Kopien des Gnadenbildes. Das unveränderbare Kennzeichen aller Darstellungen ist die Madonna, die einen Zipfel der Windel des Jesusknaben in der Hand hat.

Dieses Mal werden wir von Pater Rupert empfangen und in den Gang im Eingangsbereich des Klosters geführt. Hier hängen die großen Bilder über den Beginn der Wallfahrt (von denen Kopien an den Türen zum Choraufgang in der Kirche zu finden sind). Pater Rupert erzählt, dass sie anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Erbauung der Wallfahrtskirche angefertigt wurden, also im Jahr 1744.

Im Gasthof Mooshamer erfrischen wir uns und trinken Kaffee und Radler (ein in Österreich seltsam schmeckendes Getränk), fahren mit dem Taxi zum Bahnhof und begeben uns in den Zug nach München.

In Rosenheim verabschieden wir uns von Ludger. Trotz Verspätung erwischen wir in München noch den – ebenfalls verspäteten – Anschlusszug und in Plattling die letzte Waldbahn nach Regen.

Kurz vor Mitternacht sind wir zu Hause. Es waren wieder beeindruckende Tage.


Foto: Die Gruppe am Ziel