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Wallfahrt nach Patersdorf

(Die Moizerlitzer Wallfahrt)

Die Moizerlitzer wallfahren seit rund 375 Jahren - jeweils am letzten September-Samstag - nach Patersdorf und erfüllen das Gelübde Ihrer Vorfahren.

Im Dezember 1633, während des 30-jährigen Krieges kamen die Schweden in den Markt Regen, plünderten den Ort und brannten ihn nieder. In der anschließenden Notzeit brach wieder einmal die Pest aus, dieses Mal am linken Regenufer, „enter des Regens“, wie man damals sagte. In ihrer Not gelobten die Bewohner eine Wallfahrt in das 16 km entfernte Patersdorf, in dessen Kirche ein Altar des Pestheiligen Sebastian stand und immer noch steht.

Im Herbst 1634 zog man betend nach Patersdorf. An der Kirchentüre fragte sie der Pfarrer, woher sie kämen. Als sie Regen nannten, verweigerte er ihnen aus Angst vor einer Ansteckung mit der Seuche den Zutritt zur Kirche. Unverrichteter Dinge mussten sie wieder heimkehren.

Die Wallfahrer ließen sich jedoch nicht entmutigen und zogen vierzehn Tage später erneut nach Patersdorf hinauf. Auf die Frage nach dem Heimatort antworteten sie diesmal mit „Moizerlitz“. Der Pfarrer hielt das für ein Dorf in Böhmen und ließ sie - hocherfreut ob der Bekanntheit seiner Kirche - eintreten und ihr Gelübde erfüllen. Die Wallfahrer hatten nicht gelogen, denn sie selbst nannten ihren Ortsteil „Moizerlitz“.

Der Heimatdichter Max Peinkofer schrieb darüber eine Moritat, die die Kinder heute noch in der Schule lernen:

 

       

Nun tut vom Markte Regen
Ein Liedlein fangen an.
Was dorten ist geschehen,
Ergötzet jedermann.

Die Pest war ausgebrochen
Am linken Ufer drent.
Es starben viele Menschen,
Der Tod hat sie derrent.

Drum ziehn die Schwerbedrängten      
Nach Patersdorf hinaus
Um Hilfe zu erflehen
im Gnadengotteshaus.

Der Patersdorfer Pfarrer
Fragt nach dem Heimatort.
Und als sie Regen nannten,
Schickt er sie wieder fort.

Sie gehn betrübt nach Hause,
Ihr Wunsch ist nicht erfüllt.
Nach vierzehn Tagen wallen
Sie wieder zum Gnadenbild.

Und an der Kirche Pforte
Fragt man sie wiederum
Nach ihrem Heimatorte.
Nun Staune Publikum!

Die Leut’ vom linken Ufer,
Die haben Verstand und Witz.
Sie zögern nicht und sprechen:
„Wir sind von Moizerlitz!“

Da ruft der Pfarrer freudig:
„Zieh ein, du fromme Schar
Aus Moizerlitz in Böhmen,
Und flehe am Altar!“

Und Regen am linken Ufer,
Durch Schlauheit wohlbekannt,
Ward nun in allen Gauen
Nur „Moizerlitz“ genannt.

Drum will den Ort ich preisen
Und seinen Mutterwitz.
Es blühe und gedeihe
Die schöne Moizerlitz“